16.11.2007

Streik im Güterverkehr: Hafenbahnbetrieb läuft ungestört, doch Probleme auf der Langstrecke

Aschaffenburg, 15. November 2007 - Die Lokführergewerkschaft GDL bestreikt seit Mittwoch Mittag für 62 Stunden den Güterverkehr. Davon betroffen sind auch Unternehmen im bayernhafen Aschaffenburg. Sie haben sich auf Störungen im Bahnbetrieb auf der Langstrecke eingestellt.

Recyclingunternehmen wie die B. Westarp GmbH & Co. KG und die Edelstahl Recycling GmbH ERG haben ihre Produktionsabläufe angepasst. So nutzen sie ihre Lagerkapazitäten aus uns versenden den Großteil ihrer Waren und Rohstoffe nach Ende des Streiks. Zeitsensible Ladungen werden auf das Binnenschiff oder den Lkw umdisponiert. Dabei profitieren die Firmen von der trimodalen Anbindung des Hafens, der Wasser, Schiene und Straße miteinander verknüpft.

B. Westarp und ERG haben in diesem Jahr zusammen bereits 100.000 Tonnen mit der Bahn befördert. Sie versenden täglich ganze Zugladungen mit Reststoffen aus Eisen, Stahl und Edelstahl. Ebenfalls auf die Schiene setzt die Bavaria AG. Die Reederei und Spedition ist auf den Transport und Umschlag von Stahl aus Skandinavien spezialisiert. Darüber hinaus managt sie den Bezug von Betonteilen aus Norddeutschland, die vom bayernhafen Aschaffenburg aus anschließend mit dem Lkw auf Baustellen gefahren werden. Darüber hinaus werden im Hafen Zugladungen von Industrieholz gebündelt und in Zellstoffwerke geliefert.

Welche Bedeutung der Güterverkehr per Bahn für den bayernhafen Aschaffenburg hat, zeigt sich daran, dass inzwischen mehr als 80 Prozent der Grundstücke auf einer Gesamtfläche von über 150 Hektar an die Schiene angebunden sind. Mit Binnenschiff und Bahn werden in Aschaffenburg mehr als 40.000 Lkw-Fahrten verlagert. Mit der Nordbayerischen Eisenbahngesellschaft und der Bahnwerkstatt LokService 24 hat der bayernhafen Aschaffenburg zwei Bahnunternehmen direkt am Standort. Der Betrieb der eigenen Hafenbahn ist von dem Streik im Güterverkehr nicht betroffen und läuft auf dem 21 Kilometer langen Gleisnetz ungestört.

Angesichts des zunehmenden Güterverkehrs wird die Bedeutung der Bahn weiter steigen. Deshalb arbeitet der bayernhafen Aschaffenbug an mehreren Projekten, um die Unternehmen noch besser über die Schiene an deren Lieferanten und Kunden anzubinden. Geplant sind Linienverbindungen im alpen-querenden Verkehr und ein Containerliniendienst zwischen Aschaffenburg und Hamburg/Bremerhaven. Darüber hinaus sollen Wechselbehälter, Trailer und Container über die Häfen Kiel, Lübeck und Rostock Richtung Skandinavien transportiert werden.

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