13.04.2006

Unternehmensansiedlungen, Arbeitsplätze und Entlastung der Straßen durch das Binnenschiff

Aschaffenburg, 28. März 2006 – Durch Unternehmensansiedlungen werden derzeit über 180.000 m² Hafenfläche überbaut und als Produktions- und Arbeitsstätten entwickelt. Nach Angaben der beteiligten Firmen entstehen dadurch im Hafen circa 350 Arbeitsplätze, bei gut der Hälfte handelt es sich um neu geschaffene Arbeitsplätze.

Die Stellen entstehen im Rahmen von vier Bauprojekten, die im letzten Jahr begannen oder gerade in Angriff genommen werden. Die Pollmeier GmbH baut im bayernhafen derzeit ein modernes Buchensägewerk. Pollmeier beschäftigt weltweit circa 800 Mitarbeiter. Weitere Produktionsstandorte liegen in Creuzburg (Thüringen) und Malchow (Mecklenburg-Vorpommern, Vertriebsniederlassungen sind rund um den Globus gestreut. Ein weiteres Werk befindet sich in Heimsheim (Baden-Württemberg) in Planung.

Großansiedlungen bringen Arbeitsplätze

Nach Angaben des Eigentümers und Geschäftführers der Pollmeier Gruppe, Ralf Pollmeier, führten hauptsächlich die sehr gute Verkehrsinfrastruktur (Bahn, Schiff, Lkw, Seecontainer) des bayernhafens, die Lage Aschaffenburgs, das von großflächigen Buchenwäldern umgeben ist, sowie das im Vergleich mit den Wettbewerbsstandorten äußerst agile und flexible Handeln des bayernhafens dazu, dass der Direktor des Hafens Aschaffenburg, Wolfgang Filippi, den Abschluss vorweisen konnte.

Daneben befinden sich die Bauarbeiten am Ökopark der Westarp-Firmen in vollem Gange. In der großen Halle des ehemaligen Bayernwerks und auf dem angrenzenden Gelände entsteht ein imposanter Reststoff-Verwertungs-Komplex, der durch eine optimale Erschließung durch die Hafenbahn besticht. Um die Emissionen möglichst gering zu halten, erfolgt die Aufbereitung von Restprodukten (Stahl, Metalle etc.) in dem Gebäude. Auch die Hafenbahn schiebt die Waggons zur Bahnverladung direkt in die Produktionshallen.

Beginnen werden in Kürze die Baumaßnahmen der H + B Holz- und Bodenrecycling GmbH & Co KG. Das Unternehmen baut auf einer Fläche von circa 40.000 m² ein hochmodernes Logistikzentrum mit zwei multifunktionalen Großhallen, welche von Logistikern flexibel in Anspruch genommen werden können.

Im Vordergrund Baustelle Pollmeier – im Hintergrund das Baufeld Westarp Ökopark

Investitionen in die Hafeninfrastruktur

Um diese Ansiedlungen überhaupt realisieren zu können, hat der bayernhafen Aschaffenburg – ein Hafen der Bayernhafen GmbH & Co KG mit den Standorten Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg, Passau – auch im Geschäftsjahr 2005 wieder massiv in die Hafeninfrastruktur (Straßen-, Kanal- und Gleisbau) investiert. Zurzeit saniert der bayernhafen weitere Flächen, um sie für Ansiedlungen bereit zu stellen.

Die hervorragende Entwicklung im Ansiedlungsbereich führt Hafenchef Filippi neben der exponierten Lage Aschaffenburgs auf die neuerdings spürbare Investitionsbereitschaft zurück. „Viele Unternehmen sind wieder bereit, Geld in die Hand zu nehmen. Die Investitionszurückhaltung scheint zumindestens zu bröckeln“, sagt Hafendirektor Filippi.

Vertieft wurde in 2005 auch die seit langen Jahren sehr gute Zusammenarbeit mit der Aschaffenburger Versorgungsgesellschaft (AVG), mit der synergetische Potenziale besser gebündelt werden. So wird zum Beispiel das hafeneigene Stromversorgungsnetz seit Januar 2006 von der AVG betrieben.

Güterverkehrsaufkommen stieg um fünf Prozent

In der Gesamtbilanz steigerte der bayernhafen Aschaffenburg die Tonnage der in 2005 im Hafen über Straße, Schiene und Bahn bewegten Güter um 131 Tsd. Tonnen (plus fünf Prozent) auf 2,8 Mio. Tonnen. Bei detaillierter Betrachtung ist die erneute überproportionale Zunahme im Binnenschiffsverkehr besonders erfreulich. Bereits im Jahr 2004 wurden die auf der Wasserstraße transportierten Güter um circa vier Prozent gesteigert. Trotz der Niedrigwasserproblematik auf dem Rhein konnte 2005 das Ergebnis weiter verbessert werden: Der Hafen steigerte den Schiffsumschlag um rund acht Prozent auf 858 Tsd. Tonnen. Gerade in der Gütergruppe Steine, Erden und Baustoffe ist ein merklicher Anstieg von 48.113 Tonnen feststellbar.

Als weitere feste Größe hat sich auch der Seecontainertransport nach/von Rotterdam und Antwerpen entwickelt. Mit einer Terminalleistung von 18.360 TEU und einer umgeschlagenen Gütermenge von 75.436 Tonnen sind Seecontainer inzwischen das fünftwichtigste Umschlagsgut im Hafen. Dies ist besonders vor dem Hintergrund imposant, dass erst in 1999 der erste Seecontainer umgeschlagen wurde.

Dynamik nimmt in Zukunft zu

Nach allen Anzeichen und nach Abschluss des ersten Quartals setzt sich auch in 2006 die dynamische Entwicklung des bayernhafens Aschaffenburg fort. Hafendirektor Filippi: „Mit Abschluss unserer Sanierungen im Grundstücksbereich werden wir verstärkt neue Ansiedlungsmärkte wie Produktionsanlagen von Bioenergie und der Sägewerksindustrie nachgelagerten Branchen ins Auge fassen.“ Unbeeinträchtigt davon, so Filippi weiter, bleibe die konsequente Fokussierung auf trimodale Logistik.

Pollmeiers Nasslager in der Bauphase

Die kommenden Jahre werden davon geprägt sein, die Verkehrsträger Binnenschiff und Bahn noch stärker in Form von kombinierten Verkehrsträgerketten an die regionale Industrie heranzuführen. Konkret denkt der Hafenchef dabei an eine Bahnanbindung des Terminals für den kombinierten Verkehr an die deutschen Nordseehäfen Hamburg und Bremerhaven sowie an Ziele in Skandinavien über die deutschen Ostseehäfen. Diese Projekte seien jedoch nur durch Investitionen von bayernhafen in Millionenhöhe zu realisieren. Hierfür sind die Investitionsplanungen des bayernhafens Aschaffenburg in vollem Gange.

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