20.11.2013

Hafen Hamburg Marketing e.V., die bayernhafen Gruppe und IGS Intermodal diskutierten in Aschaffenburg mit rund 80 Logistikern Anforderungen und Potenziale für Seeschifffahrt und Hinterlandverkehre.

„Wir werden die Transportströme nur bewältigen, wenn wir Infrastrukturen und Ressourcen weiter ausbauen und effizient nutzen.“

von links nach rechts: Jürgen Behrens (Hafen Hamburg Marketing e. V.), Prof. Dr.-Ing. Carlos Jahn (Fraunhofer-Center Maritime Logistik und Dienstleistungen CML), Steffen Rudkowsky (Siemens AG Erlangen), Axel Mattern (Hafen Hamburg Marketing e. V.), Alexander Ochs (Bayernhafem GmbH & Co. KG), Bernd Trepte (IGS Intermodal Container Logistics GmbH), Uwe Gaede (Reederei Hamburg Süd)

Aschaffenburg, 14. November 2013 – Die bayernhafen Gruppe, Hafen Hamburg Marketing e.V. und CDN Container Depot Nürnberg GmbH hatten in den Ridingersaal von Schloss Johannisburg bei Aschaffenburg geladen – und rund 80 Logistiker kamen: Vertreter von verladenden Unternehmen aus der Region Bayerischer Untermain ebenso wie von Speditionen, Reedereien, See- und Binnenhäfen. Das Motto der Veranstaltung: „Zukunft war gestern - Anforderungen und Potentiale für die Seeschifffahrt und Hinterlandverkehre von morgen".

Konsens des Abends: „Ein leistungsstarkes Netzwerk, marktgerechte Angebote und flexible Logistiklösungen sind wesentliche Voraussetzungen, um Wachstum voranzutreiben und zukünftigen Anforderungen gewachsen zu sein. Der Trend geht zu einer intelligenten Transportkette, zu größeren Schiffseinheiten und zur Synchronisation des Ressourceneinsatzes."

In seinem Vortrag „Der Puls steigt: Wie maritime Logistik und Hinterlandverkehre zukünftig im Takt bleiben" gründete Prof. Dr.-Ing. Carlos Jahn, Leiter des Fraunhofer-Centers für Maritime Logistik und Dienstleistungen CML, seine Überlegungen auf die Megatrends. So dominierten Urbanisierung, Industrialisierung und Ostverschiebung, die Bedeutung der Seeanbindung nehme zu.

Prof. Dr. Jahn schloss daraus: „Wir werden die Transportströme nur bewältigen, wenn wir Infrastrukturen und Ressourcen weiter aus-bauen und effizient nutzen. Optimierungspotenzial liegt in der Beschleunigung technischer Abläufe, in der Glättung von Bedarfs-spitzen und der Synchronisation des Ressourceneinsatzes."

Auf dem Weg dorthin seien drei Entwicklungs-Perspektiven prägend: intelligente Objekte, die die Kopplung realer und digitaler Stati ermöglichen sowie Informationsverfügbarkeit und Reaktions-zeit erhöhen, intelligente Systeme wie Funk, Barcodes, RFID, OCR, EDI, Ladungs-Scanning etc. sowie – als Integration all dieser Elemente – die intelligente Transportkette mit durchgängiger Transparenz.

Uwe Gaede, General Manager Area Central Europe der Reede-rei Hamburg Süd, konstatierte in seinem Vortrag „Kurswechsel in der Seeschifffahrt – Anforderungen an die Industrie" einen eindeuti-gen Trend zu größeren Schiffseinheiten. So würden bereits Containerschiffe mit einem Ladevolumen von 20.000 TEU und mehr geplant. Slow steaming habe Auswirkungen auf den Bunkerverbrauch und die Bunkerkosten. Und noch mehr Effizienz werde es auch beim Schiffsdesign geben: u.a. durch optimierte Schiffsgrößen und Schiffsdesign, Maschinenanpassungen, Propeller-Optimierung, Aufbauten etc.

Steffen Rudkowsky, Senior Vice President Logistics der Siemens AG Erlangen, ging in seinem Vortrag „Zukunftsorientierte Entwicklung der globalen Projektlogistik der Siemens AG, Sektor Infrastructure & Cities" auf die integrierte logistische Kette ein, in der Kooperationspartner, Häfen und Logistik-Serviceprovider integrierter Teil der SIEMENS Logistikstrategie seien.

Im Anschluss diskutierten die Referenten zusammen mit den Gastgebern Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V., Bernd Trepte, Geschäftsführer IGS Intermodal Container Logistics GmbH, und Alexander Ochs, Prokurist und Intermodalverantwortlicher der Bayernhafen GmbH & Co. KG, in einer moderierten Podiumsdiskussion. Die wichtigsten Fragen dabei waren: Wie sehen zukünftige Anforderungen an Infrastruktur und Logistikprozesse aus? Wie stellen sich produzierende Unternehmen, Verlader, Reedereien, Hafenbetreiber und Speditionen auf die neuen Herausforderungen ein? Und, gibt es einen Kurswechsel in der Logistik, „mehr Qualität statt Quantität"?

„Das richtige Maß zur richtigen Zeit"
„Intelligente Logistik bedeutet immer auch, das richtige Maß zur richtigen Zeit zu bestimmen", sagte Gastgeber Alexander Ochs, „denn weil Zeit nicht vermehrbar ist, kommt es darauf an, wie wir sie nutzen. Die Erfolgsfaktoren für effiziente Hinterlandverkehre sind Flexibilität, Synchronisierung, Integration und Automatisierung. Ich stelle die Frage: Warum hat die Ladung per umweltfreundlichem Slow steaming vier Wochen Zeit für den Seeweg – und muss dann in einem oder zwei Tagen beim Adressaten im Hinterland sein? Da bietet doch ein intelligenter Zeitpuffer auf Seiten des Empfängers auch dem umweltfreundlichen Binnenschiff seine Chance. Gleich-mäßige Auslastung ist machbar, z.B. mit längeren Bedienzeiten an der Rampe und 3-Schicht-Betrieb im Lager. Diese Flexibilität lässt sich natürlich nur im Dialog mit allen Beteiligten schaffen. Der Nutzen ist hoch: Denn Flexibilität macht die logistische Kette ökonomischer."

Und Alexander Ochs fuhr fort: „Deutschlands größter Seehafen Hamburg und der bayernhafen Aschaffenburg haben etwas gemeinsam. Beide sind Drehscheiben für den weltweiten Güterverkehr. Um diese Drehscheiben-Funktion umzusetzen, braucht es zwei Beteiligte: Industrie- und Handelsunternehmen, die täglich eine funktionierende Logistik brauchen, und Logistik-Dienstleister, die genau diese bieten. Mit unseren Dialog-Veranstaltungen führen wir Verlader und Logistiker zusammen. So entstehen tragfähige Partnerschaften für die Logistik der Zukunft."

Der bayernhafen Aschaffenburg ...
... ist Teil der bayernhafen Gruppe, zu der auch Standorte in Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau gehören. Der bayernhafen Aschaffenburg ist für die Region Bayerisch RheinMain eine bedeutende Logistik-Drehscheibe für Rohstoffe und industrielle Güter. Die über 70 angesiedelten Betriebe aus Logistik, Produktion, Handel, Recycling, Versorgung und Dienstleistung bieten über 2.200 Arbeitsplätze. Rund 3,2 Millionen Tonnen Güter wurden 2012 in Aschaffenburg per Schiff, Bahn und LKW umgeschlagen.

Die trimodale Umschlaganlage für den Kombinierten Verkehr im bayernhafen Aschaffenburg
... ging im Januar 2012 "unter neuer Flagge" in die Offensive. Die TCA Trimodales Containerterminal Aschaffenburg GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Container Depot Nürnberg GmbH, Nürnberg (51 %) und der Bayernhafen GmbH & Co. KG, Regensburg (49 %). Geschäftsführer sind Bernd Trepte und Alexander Ochs. Das Aschaffenburger Container-Terminal verbindet Schiene, Straße und Wasserstraße und hat eine Umschlagskapazität von 50.000 TEU p.a. Seit Juni 2012 verbindet ein Direktzug der IGS Intermodal Container Logistics die Nordseehäfen Hamburg und Bremerhaven mit dem TCA Containerterminal im bayernhafen Aschaffenburg, weiter zum bayernhafen Regensburg und zurück zur Küste – zu Beginn zweimal pro Woche, seit 11. März 2013 dreimal und seit Oktober 2013 sogar viermal wöchentlich. 

Reges Interesse bei der gemeinsamen Veranstaltung von Hafen Hamburg Marketing e.V., Bayernhafen GmbH & Co. KG und IGS Intermodal Container Logistics GmbH
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